Christian Wrenkh. Seine Story.


Aus der Wiener Neustadt bis ins Hamburger Schanzenviertel

Wummernde Gitarren statt Novell Cuisine - Franz Heuschneider am Bass
Wummernde Gitarren statt Novell Cuisine - Franz Heuschneider am Bass

Abstecher in die USA

Nach drei Jahren Snack Bar mit Live-Musik und Minimalverköstigung wurde Christian klar: Seine Vision wollte mehr als das. Er musste raus. Und so verkaufte er nicht nur sein Restaurant, sondern auch all seinen Besitz, um dann in die USA auszuwandern. Natürlich in kulinarischer Mission.

Nach kürzester Zeit war das stolze Resultat ein Restaurant am Hafen von San Diego. Sogar die Investoren hatten sich miteingeklinkt. Doch noch bevor das Restaurant eröffnet werden konnte, erinnerte sich Christian an seine Heimat und wie sehr er sie vermisste. Der Wrenkh, der schon immer seinen eigenen Kopf hatte, machte die Rolle rückwärts. Ab in den Flieger. Zurück nach Hause.

Die Anfänge

Es war das Jahr 1978, als die Snack Bar in der Wiener Neustadt eröffnete – der erste Gehversuch eines jungen Gastronoms, der seiner Zeit voraus zu sein schien. Denn so euphorisch und überzeugt Christian Wrenkh seinen kulinarischen Crossover aus der großen klassischen Küche und regionalen frischen Bioprodukten auch servierte: Das Publikum blieb aus.

Die 70er Jahre hatten anderes im Sinn, als sich ausgewogen und fair zu ernähren. Zudem musste Christian sich fragen, ob die Wiener Neustadt der richtige Ort für sein Konzept war. Was aber gut funktionierte, war das Beisammensein. Und so etablierte sich die Snack Bar zum Neustädter Musikbeisel, in dem die Jugend lebhaft feierte.

Snack Bar in der Wiener Neustadt (1978)
Man hat sich prächtig amüsiert. Wegen Überfüllung Tanzen unmöglich.
Christian Wrenkh - Autopanne im Death Valley
Christian als Mechaniker bei einer Autopanne im Death Valley
"Was sind Sterne, BIO-Siegel und Ernährungsreligionen schon wert, wenn das Wichtigste fehlt: die Liebe."
Christian Wrenkh
1999: Blick ins Restaurant Wrenkh am Bauernmarkt
1999: Blick ins Restaurant Wrenkh am Bauernmarkt

Der große Durchbruch in Wien

Zurück in Wien, eröffnete Christian 1982 seinen WRENKH – das erste Wiener Gasthaus mit Vollwertküche. Wohlgeschmack, Kreativität, regionale Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft und ein pfiffiges Ambiente wurden hier miteinander vereint. Und während in Christians kulinarischem Drehbuch Gemüse und Körner die Hauptrolle spielten, wurde WRENKH von der Öffentlichkeit als vegetarisches Restaurant verstanden. Und damit als echter Trendsetter.

Was zu Beginn mit Christian und seiner damaligen Frau begann, zählte 10 Jahre später 50 feste Mitarbeiter und monatlich über 10.000 Gäste. Auch international feierte das Restaurant Erfolge und so lockte der Hotspot sogar Stars wie R.E.M., Aerosmith, Joe Cocker, Madonna, Tom Cruise oder auch die Nobelpreisträgerin Elfride Jelinek an.

Auf zu neuen Ufern

Aber wo die Sonne scheint, gibt es auch immer eine Schattenseite: Christian fühlte sich eingeengt unter dem Mantel der vegetarischen Küche. Ihn machte das Schubladendenken unglücklich. Wo ist seine Vision von wahrhaftiger Glücksküche geblieben? Wohl kaum in dem stupiden Verwaltungsaufwand des Geschäfts.

Christian sehnte sich nach einer Küche, die auf sämtliche Regeln, Ernährungsreligionen, Hauben, Chi Chi, Sterne, Bio-Siegel und sonstige Mode-Erscheinungen verzichtet. Denn das alles ist doch nichts wert, wenn die wichtigste Zutat fehlt, die inmitten von kommenden und gehenden Trends die einzig wahrhafte ist: die Liebe.

Es verging einige Zeit, bis sich das Blatt doch noch wendete: 2012 wurde ihm in der Wiener Hofburg die Auszeichnung "Ehrentrophy" durch die Wirtschaftsministerin persönlich überreicht. Anerkannt wurde seine frühe Vision einer vegetarischen Vollwert-Küche. Genauer: "Christian Wrenkh ist Österreichs Veggie-Pionier und propagierte in den achtziger Jahren in seinem Restaurant einen gesunden Ernährungsstil, für den er damals von vielen wie ein Narr mitleidig belächelt wurde.“

Mit dieser Jury-Begründung konnte Wrenkh seinen Frieden finden und nahm die Auszeichnung zum Anlass, aufzubrechen. Und neue Wege zu gehen. Auf nach Hamburg.

2000: Blick ins Restaurant Wrenkh in der Hollergasse
2000: Blick ins Restaurant Wrenkh in der Hollergasse
Speisekarte des Wrenkh von 1985
Speisekarte des Wrenkh von 1985
Christian Wrenkh - Das Konzept des gemeinsamen kochens

Endlich in der Glücksküche angekommen

In Hamburg schrieb Christian sein Konzept der Glücksküche neu und ließ sich dabei von der Liebe inspirieren. Tatsächlich lernte er nur wenige Zeit zuvor seine zweite Frau kennen. Perfekt, um in der Hansestadt ganz neu anzufangen und endlich seinem Traum der vollendeten Glücksküche näher zu kommen, während seine beiden Söhne das "Wrenkh" in Wien mit Restaurant und Kochsalon übernahmen – und noch heute erfolgreich weiterführen.

Seither zelebriert Christian mit dem Kochsalon in Hamburg seine Glücksküche wie nie zuvor. Der Standort im kunterbunten Stadtteil Sternschanze passt optimal zu den aufgehobenen Grenzen, die man sich im Kochsalon auf der Zunge zergehen lässt. Mit einem ebenso individuellen Team kommen Gäste immer wieder in den puren Genuss der Glücksküche. Und genau in diesem Moment wird die Welt umso schöner.

Christian Wrenkh Portrait

Über Christian Wrenkh

Der findige Kreateur hat sich in jungen Jahren vom gastgewerblichen Saisonarbeiter im Heimatort Wien über Geschäftsführer einer Autobahnraststätte bis hin zum Erfinder der Glücksküche entwickelt. Dazwischen lagen nicht weniger als ein Aufenthalt in den USA mit eigenem Restaurant in San Diego, gastwirtschaftliche Erfolge mit "novelle cuisine", Bio- sowie Vollwertküche und mehrere Buch-Veröffentlichungen rundum das Thema Kochen.

Heute macht Christian im Kochsalon Hamburg als Küchen-Dirigent die Glücksküche erlebbar. Unverwechselbare Geschmackserlebnisse inklusive.

Auszeichnungen & Meilensteine

  • 2016 - Gold Medaille

    "Kochen mit Freunden" wird von der Gastronomischen Akademie Deutschlands e.V. als bestes Buch in der Kategorie "Tafelkultur" mit Gold prämiert.
  • 2015 - Silber Medaille

    „Sehr gut vegetarisch Kochen“ wird von der Gastronomischen Akademie Deutschlands e.V. als bestes Buch in der Kategorie "Tafelkultur" mit Silber prämiert.
  • 2012 - Ehrentrophy

    Christian erhält in der Wiener Hofburg die Ehrentrophée für sein Lebenswerk und wird damit für seine frühe Vision einer vegetarischen Vollwert-Küche geehrt.

  • 2005 - Die Glücksküche

    Stetige Weiterentwicklung und Erweiterung der „alten“ Vollwertküche hin zum Konzept der Glücksküche: Ein Koch muss nicht nur wissen was schmeckt sondern auch was gut tut.
  • 2005 - "Bestseller" Schotts Sammelsurium

    Der Publizist Ben Schott zählt in seinen 2005 erschienen Bestseller „Schotts Sammelsurium“ das Wrenkh zu den 40 bemerkenswertesten Lokalen der Welt
  • 1990 - Platz unter den 100 schönsten Lokalen der Welt

    1990 wird die vom Architektenduo Eichinger oder Knechtl gestaltete wrenkh-bar in den Kreis der 100 schönsten Lokale der Welt gewählt.